Lothar Wolleh war ein deutscher Fotograf.
Berlin, Deutschland 1930 - 1979 London, England.

Diese Ausstellung steht im Geiste von Lothar Wollehs Unterstützung und Glauben an aufstrebende Künstlerinnen und Künstler und ist eine Hommage an die verbindende Kraft der Kunst. Sie schafft einen kollaborativen Raum für künstlerischen Dialog und Austausch, in dem junge zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit prägenden Persönlichkeiten der Kunstwelt ausgestellt werden.

Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht

Gerhard Richters graue Gemälde beziehen sich auf das Fehlen einer Aussage, ein Schlüsselmerkmal in Richters Werk. „Ich kann mir keine Farbe mit weniger Bedeutung vorstellen“, betont Richter. Für ihn repräsentieren diese Gemälde eine neue Möglichkeit, durch absolute Einfachheit eine künstlerische Verbindung herzustellen, die den Betrachtern Raum gibt, eine neue Sensibilität zu entwickeln.

Material das weitere Versionen voraussetzt

Jonathan Joosten stellt in seinen jüngsten Arbeiten die Idee der Aktualität in den Mittelpunkt und wie diese ein sich ständig wandelndes Gefühl von Relevanz schafft. Er konstruiert Werke, die mit Material arbeiten, das weitere Versionen voraussetzt und dadurch seinen eigenen Status überschreibt. Mit einem Interesse an der grenzenlosen Innovationslust nutzt Joosten den Kajak-Prototyp. Dieses Phänomen wird in seiner Verwendung von Magazinen und deren Platzierung in Metallrahmen weiter untersucht. Der Prozess des Vorarchivierens stellt die Frage, wie man mit dem Produktionszyklus umgeht.

Nach Wollehs Tod malte Georg Baselitz einen monumentalen schwarzen Totenkopf über ein von Wolleh 1969 aufgenommenes Foto von ihm. Dieses Memento Mori und diese Hommage an das Leben werden von Oskar Taifun Helmbold in seinem Gemälde Der schöne Bulle weiterentwickelt. Helmbold zeigt die Todesangst des Bullen, der gezüchtet wurde, um geschlachtet zu werden. Konfrontiert mit Sterblichkeit und existenzieller Reflexion erlebt der Bulle einen letzten Moment irdischer Schönheit.

Dorothy Iannone drückt Feminismus durch die Darstellung einer dominanten weiblichen Sexualität ohne Tabus aus. In ihrem Werk At Home zeigt sie sich und ihren Partner Dieter Roth in ihrem Zuhause in Düsseldorf, während sie erotische Wünsche erkunden und die gesellschaftlich akzeptierte Darstellung des häuslichen Lebens einer Frau in den 1960er Jahren ablehnen. June Mayer führt einen Dialog mit Iannone in einem zeitgenössischen Gemälde, das freie Sexualität und vereinte Befreiung repräsentiert. Mayer feiert, wofür Iannone einst zensiert wurde, und zollt ihren künstlerischen Fortschritten Tribut. Doch Mayers Werk dient auch als Zeugnis dafür, dass feministische Kunst weiterhin soziale, politische und kulturelle Themen anspricht.

Thema Geburt & Transformation der Dimensionalität

Joseph Beuys rahmt Hasenblut in Plastiktüten in seinem ausgestellten Werk Hasenblut. Laut Beuys symbolisieren der Hase und sein Blut den Menstruationszyklus, die Geburt und „alle chemischen Transformationen des Blutes“.

Gianna Kay erforscht das Thema Geburt sowie die Dualität von Schöpfung und Schöpfer in ihren Skulpturen. Kay verwendet embryonale Paare, um den Akt des Entstehens und der Transformation zu diskutieren und Dualität zu visualisieren.

Kaiwen Wus Fensterinstallation funktioniert wie ein Zelt rund um die Ausstellung. Wu nutzt Sonnenlicht, um ein zweidimensionales Objekt in eine dreidimensionale Installation zu verwandeln, während die Schatten die Wahrnehmung des Raums ständig verändern. Die Schatten schwanken je nach Lichtverhältnissen und untersuchen Konzepte externer Einflüsse und Transformationen.

Kuratiert von Magdalena Wolleh