Lothar Wolleh war ein deutscher Fotograf.
Berlin, Deutschland 1930 - 1979 London, England.

Nur wenige Künstler sind so untrennbar mit ihrer Heimat verbunden wie Jan Schoonhoven (1914–1994). Anfang der 1960er Jahre erlangte der gebürtige Delfter mit seinen weißen Reliefs aus Papier und Karton internationale Anerkennung, blieb jedoch zeitlebens seiner Stadt Delft treu. Der deutsche Fotograf Lothar Wolleh (1930–1979) bewunderte Schoonhovens Werk und besuchte Delft erstmals im Jahr 1968.
Mit ihrem 1971 geplanten Künstlerbuch wollten Jan Schoonhoven und Lothar Wolleh eine Visitenkarte ihres künstlerischen Schaffens schaffen. Das Projekt führte den Fotografen immer wieder nach Delft zurück. Schoonhoven zeigte Wolleh, wie die Rhythmen der Stadt in seinen Zeichnungen und Reliefs als „isolierte Wirklichkeiten“ wiederkehren. Pflastersteine, verwitterte Mauern in den Gassen Delfts und die Fenster entlang der Grachten: Schoonhovens Werk ist abstrakt und autonom, und doch „atmet“ es Delft.
Der erste Teil dieser Publikation besteht aus dem Künstlerbuch von Jan Schoonhoven und Lothar Wolleh, das nun – nach mehr als fünfzig Jahren – erstmals veröffentlicht wird. Der zweite Teil, auf grauem Papier gedruckt, erzählt die Geschichte der beiden Künstler und ihrer gemeinsamen Projekte – und vor allem auch die Geschichte ihrer bedingungslosen Liebe zur Kunst.

Die erste Museumsausstellung von Joseph Beuys (Krefeld 1921–Düsseldorf 1986) außerhalb des deutschen Sprachraums fand im Januar 1971 im Moderna Museet in Stockholm statt. Der Fotograf Lothar Wolleh (Berlin 1930–London 1979) begleitete Beuys auf seiner Reise und fotografierte den Aufbau dieser Ausstellung. Diese Fotografien bildeten die Grundlage für ein Künstlerbuch beider Künstler, das schlussendlich unter dem Titel Unterwasserbuch Bekanntheit erlangte.
Die vorliegende Veröffentlichung enthält die Neuauflage dieses Künstlerbuches, als ersten Teil dieser Kassette. Der zweite Teil rekonstruiert anhand bisher unveröffentlichter Bilder, Skizzen, Konzepte und Korrespondenz die reiche, wundersame Geschichte des „Projekts Unterwasserbuch“. Diese Publikation geht den Geschicken von Lothar Wollehs und Joseph Beuys’ Unterwasserbuch-Projekt nach. In ihrer Gesamtheit erzeugen beide Bücher ein Abbild des kreativen Diskurses der frühen 1970er Jahre, erzählen jedoch auch die Geschichte zweier Seelenverwandter.

Diese Publikation wurde anlässlich der Ausstellung Lothar Wolleh. Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm, Januar 1971 herausgegeben, die 2012 in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin stattfand. Sie stellt den ersten Versuch dar, das bis dahin unveröffentlichte Künstlerbuchprojekt zu rekonstruieren und zugänglich zu machen, das ursprünglich unter dem Titel Unterwasserbuch erscheinen sollte. Die Publikation enthält zudem Beiträge von Miriam Halwani und Eugen Blume.
Im Januar 1971 hatte Joseph Beuys (Krefeld, 1921–Düsseldorf, 1986) mit einer Ausstellung im Moderna Museet in Stockholm seine erste Museumsausstellung außerhalb des deutschsprachigen Raums. Der Fotograf Lothar Wolleh (Berlin, 1930–London, 1979) begleitete Beuys nach Stockholm und dokumentierte den Aufbau der Ausstellung. Diese Fotografien bildeten die Grundlage für ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt: ein von Beuys und Wolleh gemeinsam konzipiertes Künstlerbuch, das später unter dem Titel Unterwasserbuch bekannt wurde.

Einblicke in die Bilderwelt von Lothar Wolleh rücken die Bedeutung und die Besonderheit seines Schaffens in ein neues Licht.
Der Katalog, der anlässlich einer Ausstellung in der Kunsthalle Bremen erschien, zeigt Fotografien, die bislang selten oder noch nie öffentlich gezeigt wurden. In diesem Zusammenhang kann man durchaus nicht nur von einer Wiederentdeckung, sondern auch von einer Neuentdeckung des Werkes von Lothar Wolleh sprechen.
Die Ausstellung war zudem im Kunstmuseum Ahlen, im Stadtmuseum Hofheim sowie im Ludwig Museum in Koblenz zu sehen.